„Broken Heroes“ in der Galerie Deschler, Berlin

Seit dem 20. April sind in der Galerie Deschler die Superhelden unserer Kindheit in ganz besonderen Lebenssituationen zu sehen. Was den Betrachter zuerst schmunzeln lässt, schlägt nach näherer Begutachtung der gehäkelten Figuren doch schnell in einen anderen Gemütszustand um.
Da sitzt der versoffene, obdachlose Ernie aus der Sesamstrasse mit einem Drei-Tage Bart. Die beliebte Hello Kitty Figur stößt sich ein Messer in den Bauch und Spongebob strahlt dem Besucher mit dem bekannten Lachen entgegen, nur hält er dabei einen Auslöser für die um seinen Bauch gebundenen Bomben in der Hand.
Künstlerin Patricia Waller etnwirft ein skurilles und für manch einen Besucher beängstigendes Bild auf die bunte Cartoonwelt. „Der Zwang gut auszusehen, die Pflicht immer gut drauf zu sein und das Wissen, immer beobachtet zu werden, bringen Identitätsstörungen mit sich, vor allem wenn der Ruhm früh einsetzt, bevor sich eine klare Vorstellung von der eigenen Identität gebildet hat.“, schreibt Patricia Waller.

Wer sich ein eigenes Bild von den „Gebrochenen Helden“ unserer Zeit machen will, der kann dies noch bis zum 30.06.2012 in der Galerie Deschler in Berlin machen.

Galerie Deschler
Auguststr. 61
10117 Berlin

Öffnungszeiten

Di. – Sa. 12-18 h
u.n.V.

www.deschler-berlin.de

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„Zartbitter“ – Reminder Kunstverein Viernheim

Fotografien von Michael Schnabel + Claus Stolz

2 Künstler zwischen zart und bitter. Jeder beschäftigt sich auf seine besondere Art und Weise mit dem Zwiespältigen von Naturphänomenen.

„Zartbitter“

Der eine, Michael Schnabel, zeigt Berge in Westeuropa als solitäre Nachtstücke, die nicht vom Licht, sondern fast gänzlich von der Dunkelheit gezeichnet sind. In der Stille der Nacht sucht er das Wesen der alpinen Giganten neu zu ergründen. Der reduzierte Einsatz der Photonen in der Langzeitbelichtung – exakt auf der Grenze zur Sichtbarkeit – wird zu seinem bewussten Stilmittel. Er lichtete die Massive nachts ab, bei Schleierbewölkung und ohne Mondlicht. Entstanden ist ein neuartiges Bild der Berge mit zarten Strukturen, unwirklicher Ruhe und in bisher nicht gesehener Schönheit.
Jenseits erkenntnistheoretischer Betrachtungsweise lässt sich über diese Bilder zusammenfassend sagen: sie faszinieren durch ihr Anderssein. Diese Fotografie bildet sich selbst ab. Das ist ihr substantieller Bezug zur Malerei. Gemalt verlören diese Bilder ihre Authentizität. Diese Fotos sind elementar. Sie sind.

Der andere, Claus Stolz, betreibt die radikalste Form analoger Fotografie.
Er richtet sein Aufnahmegerät nicht auf von der Sonne beschienene Objekte, sondern fokussiert die Lichtquelle selbst. Dabei frisst sich die Strahlung während einer Belichtungszeit von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden in das Filmmaterial ein und zerstört dieses – nicht völlig, sondern wohldosiert. Zeit und Energie hinterlassen als solche ihre Spuren und werden auf ungesehene Weise sicht- und erfahrbar: ureigene Welten unterschiedlicher Farbigkeit und feinster Binnenzeichnung entstehen in den geplatzten, geschmolzenen oder kristallisierten Filmschichten. Wir sehen die lichte und wandzeichnerische Anmutung grotesker Monsterköpfe, bizarrer Fratzen, meterhoher Rosetten und surrealer Zellgebilde.
Die „Sonnenbrände“ – ein Werkzyklus von Claus Stolz, über Jahre gewachsen und einmalig auf der Welt.

Fotografie im Wortsinne…

„Zartbitter“:

20. April – 19. Mai 2012

Ausstellungsort:
Kunsthaus Viernheim
Rathausstr. 36

Eröffnung: Freitag, den 20. April um 19 Uhr
im Kunsthaus, Rathausstr. 36
Begrüßung: Fritz Stier (Kunstverein Viernheim)
Einführung: Thomas Schirmböck(ZEPHYR – Raum für Fotografie, Mannheim)

www.kunstverein-viernheim.de
www.kunsthaus-viernheim.de
orgabuero@kunstverein-viernheim.de
Tel. 06204-6080369
oder 0621-4549080

Öffnungszeiten: Do + Fr 15-18 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr u. nach Vereinbarung