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Fotografien von Michael Schnabel + Claus Stolz

2 Künstler zwischen zart und bitter. Jeder beschäftigt sich auf seine besondere Art und Weise mit dem Zwiespältigen von Naturphänomenen.

„Zartbitter“

Der eine, Michael Schnabel, zeigt Berge in Westeuropa als solitäre Nachtstücke, die nicht vom Licht, sondern fast gänzlich von der Dunkelheit gezeichnet sind. In der Stille der Nacht sucht er das Wesen der alpinen Giganten neu zu ergründen. Der reduzierte Einsatz der Photonen in der Langzeitbelichtung – exakt auf der Grenze zur Sichtbarkeit – wird zu seinem bewussten Stilmittel. Er lichtete die Massive nachts ab, bei Schleierbewölkung und ohne Mondlicht. Entstanden ist ein neuartiges Bild der Berge mit zarten Strukturen, unwirklicher Ruhe und in bisher nicht gesehener Schönheit.
Jenseits erkenntnistheoretischer Betrachtungsweise lässt sich über diese Bilder zusammenfassend sagen: sie faszinieren durch ihr Anderssein. Diese Fotografie bildet sich selbst ab. Das ist ihr substantieller Bezug zur Malerei. Gemalt verlören diese Bilder ihre Authentizität. Diese Fotos sind elementar. Sie sind.

Der andere, Claus Stolz, betreibt die radikalste Form analoger Fotografie.
Er richtet sein Aufnahmegerät nicht auf von der Sonne beschienene Objekte, sondern fokussiert die Lichtquelle selbst. Dabei frisst sich die Strahlung während einer Belichtungszeit von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden in das Filmmaterial ein und zerstört dieses – nicht völlig, sondern wohldosiert. Zeit und Energie hinterlassen als solche ihre Spuren und werden auf ungesehene Weise sicht- und erfahrbar: ureigene Welten unterschiedlicher Farbigkeit und feinster Binnenzeichnung entstehen in den geplatzten, geschmolzenen oder kristallisierten Filmschichten. Wir sehen die lichte und wandzeichnerische Anmutung grotesker Monsterköpfe, bizarrer Fratzen, meterhoher Rosetten und surrealer Zellgebilde.
Die „Sonnenbrände“ – ein Werkzyklus von Claus Stolz, über Jahre gewachsen und einmalig auf der Welt.

Fotografie im Wortsinne…

„Zartbitter“:

20. April – 19. Mai 2012

Ausstellungsort:
Kunsthaus Viernheim
Rathausstr. 36

Eröffnung: Freitag, den 20. April um 19 Uhr
im Kunsthaus, Rathausstr. 36
Begrüßung: Fritz Stier (Kunstverein Viernheim)
Einführung: Thomas Schirmböck(ZEPHYR – Raum für Fotografie, Mannheim)

www.kunstverein-viernheim.de
www.kunsthaus-viernheim.de
orgabuero@kunstverein-viernheim.de
Tel. 06204-6080369
oder 0621-4549080

Öffnungszeiten: Do + Fr 15-18 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr u. nach Vereinbarung

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