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Protest, Politik und Alltagskultur in den USA zwischen 1967-1977

26. April – 17. Juni 2012

Eröffnung: Mittwoch, 25. April 2012, 19.30 Uhr

vhs-photogalerie
Rotebühlplatz 28 . D-70173 Stuttgart
Tel: 0711/1873790
www.vhs-photogalerie.de
Öffnungszeiten: Mo-Sa 8-23 Uhr, So 9-18 Uhr

Amerika zwischen 1967 und 1977. Der amerikanische Fotograf Jerry Berndt (*1943) hat wie kein anderer diese Zeit begleitet und dokumentiert. Er hat ein umfassendes sozialdokumentarisches Werk geschaffen, das jenseits einfacher Polarisierungen einen tiefen Einblick in die gesellschaftliche Konstitution jener Jahre gewährt. Jerry Berndt gelang eine Neufassung von Streetphotography. Er folgt nicht nur einem individuellen Roadtrip durch Amerika, sondern geht auch nah an die politischen Konflikte heran, porträtiert systematisch Bewohner und Stadtlandschaften und bettet in seine Auftragsarbeiten für die Zeitungen immer wieder Bilder ein, die jenseits der aktuellen Information, ein generelles Stimmungsbild darstellen. Diese Fähigkeit macht ihn zu einem herausragenden Fotografen seiner Generation.

Die Konzentration auf die spezifische Zeit von 1967 bis 1977 ermöglicht eine Fokussierung dieser fotografischen Qualitäten. Jerry Berndt hat vornehmlich in Boston, Detroit und Chicago fotografiert: Hochburgen des studentischen Widerstandes, aber auch typische amerikanische Städte, in denen Industriearbeiter mit ihren Familien leben, der Mittelstand in ruhigen Vororten Häuser baut und in denen die Autoindustrie und das Bankwesen boomen. Gleichzeitig ufern die städtischen Peripherien immer mehr aus und die sozialen Konflikte nehmen zu. Die strikte Trennung von schwarzen und weißen Lebenswelten, der täglich gelebte Rassismus, ist ein Dauerkonflikt, der nicht länger von der schwarzen Community hingenommen wird. Jerry Berndt durchstreift die Städte: Er fotografiert auf Demonstrationen und zeigt wie schillernd, enthusiastisch und entschlossen die Studenten und Studentinnen sind. Er zeigt aber auch das konservative Establishment, das sich offen zu Richard Nixon bekennt.

Anfang der 1970er Jahre, zieht sich Jerry Berndt aus dem politischen Protest zurück und arbeitet als Fotograf für Tageszeitungen. In dieser Zeit entstehen Bilder, die das kulturelle und soziale Selbstverständnis der Amerikaner auf den Punkt bringen: Misswahlen, Autosalons, Kinderwettbewerbe, Modeschauen, Highschool-Girls, Straßenkinder, Obdachlose und Arbeitslose, Biker, Künstler.
(Maik Schlüter)

In Zusammenarbeit mit dem James-F.-Byrnes-Institut, Stuttgart im Rahmen der American Days 2012.

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